Ganz viel Wärme und Schüler ohne Ende

Die Hanami lockte auch dieses Jahr bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Cosplayer und interessierte Fans nach Ludwigshafen. Doch, was ist die Hanami? Was für ein Konzept steckt dahinter? Die Hanami beinhaltet zahlreiche bekannte Elemente einer Convention wie Showacts, Zeichner, Workshops sowie Wettbewerbe, aber verehrt jedoch zugleich Japan an sich, seine Bands und ist ein lockerer Treffpunkt für Besucher aller Altersstufen. Sie findet jährlich in Ludwigshafen am Rhein statt. Die Veranstaltung wird ehrenamtlich von Fans für Fans organisiert, das heißt, sie verdienen daran nichts, doch das merkt man ihnen nicht an. Ich erlebte Organisatoren und Helfer als sehr freundlich.
Die Con selbst fängt bereits vor dem Gebäude an. Zahlreiche Stände unter weißen Zelten locken dort mit Plüschtieren, Figuren, Mangas, Süßigkeiten und Fanartikeln. Zentraler Sammelpunkt ist und bleibt dabei wohl die große Säule. Zumindest war die an beiden Tagen immer belagert. Doch nicht nur sie, ebenso der Lutherbrunnen an der Lutherkirche, nur wenige Minuten vom Congelände entfernt. Speziell für alle Cosplayer mit Lust auf schöne Fotos zu empfehlen.

Im Gebäude befinden sich in der unteren Etage der Waffencheck, die Kasse und die Info. Ja, selbst auf Cons bzw. gerade da ist ein Waffencheck nötig, denn manche Kostüme kommen nicht ohne Waffen aus bzw. können einige Gegenstände allgemein gefährlich sein. Diese werden entweder ausgezeichnet und dürfen weiter getragen werden oder aber werden für die Dauer der Con eingezogen.
Direkt dahinter warteten die nächsten Stände mit den üblichen Fanartikeln. Für mich persönlich uninteressant, da sich die Ware teilweise ähnelt. Außerdem konnte man hier den Gamesroom besuchen, Verlage bewundern, in Workshopräumen an Kursen teilnehmen, Animes schauen, seine Stimme beim Karaoke herausfordern oder aber seine Sachen beim Bring and Buy abgeben. Fleißige Helfer nehmen dabei die Sachen der Besucher entgegen und verkaufen diese für sie.
In der oberen Etage befanden sich die für mich viel interessanten Zeichnerstände, bei denen junge Zeichner ihre Arbeiten anboten. Das Angebot der Zeichner an sich würde ich als gemischt bezeichnen. Eines jedoch empfand zumindest ich nicht als förderlich. Bei vielen entdeckte ich Lospreise ala 2 €. Für mich zu viel, da nicht alle mit nietenfreien Tombolas arbeiten und ich nicht bereit bin das zu zahlen. Meine persönliche Schmerzgrenze in dem Bereich liegt bei 1,50 € und selbst da überlege ich. Ebenso hier zu finden: der große Bühnensaal, ein weiterer Workshopraum, Futterstation, das Maidcafe und ein Stand von Sailor Moon German. Sailor Moon ist inzwischen seit 20 Jahren in Deutschland und die Mädels und Jungs von Sailor Moon German feiern das ordentlich mit den Fans. Infos dazu auf ihrem Blog.

Viel mehr möchte ich an der Stelle zum Angebot nicht erzählen. Viel mehr möchte ich euch dazu ermuntern selbst aktiv zu werden, zu schauen und sich zu informieren. Ich persönlich kann das Event auf jeden Fall empfehlen. Kommen wir aber nun zum eigentlichen Grund, wieso ich überhaupt da war. Ich hatte die Ehre im Zuge der Hanami gleich zwei Workshops leiten zu dürfen. Dabei handelte sich um mein bekanntes Thema "Deftig kräftig - Dangos nähen" und mein neues Thema "Hab mich lieb - Mamegomas nähen". Speziell Letzteres wurde für mich zu einer besonderen Herausforderung, da ich das Thema noch nie unterrichtet habe und es zudem Jahresthema für 2016 werden soll. An der Stelle ein großes Dankeschön an die Orga für die tolle Zusammenarbeit, das Hotelzimmer, die Hilfe bei Problemen und die Umbauten im Workshopraum. So wünsche ich mir den Aufwand hinter einem Kurs, um mich auf den Kurs selbst konzentrieren zu können. Bitte bleibt so bzw. verbessert euch maximal ihr Lieben.

Die Anreise begann für mich aufgrund der Entfernung sehr früh, sodass ich am Ankunftstag nur noch müde ins Bett fiel, um am nächsten Tag aufgeregt nach einem leckeren Frühstück Richtung Congelände zu stürmen. Vorbei an den bereits wartenden Besuchern entledigte ich mich nach Erhalt meiner Karte erst mal meines Koffers. Den wollte und konnte ich mit Verlauf nicht den ganzen Tag über mitschleppen. Da bis zur offiziellen Eröffnung noch Zeit war, sah ich mich schon mal ein wenig um und traf dabei speziell bei den Zeichnern auf einige Bekannte. Die liebe Aine55 entdeckte mich als Erste. Freut mich, dass wir uns endlich persönlich trafen. Kurz darauf sprach mich auch schon die liebe Miri, welche mit Fireangels vor Ort war und außerdem jedes Jahr mit einem super Team die Yayuco organisiert. Ich bin schon gespannt wie die diesjährige Yayuco wird. Außerdem entdeckte ich die coole V-rus28, die letztes Jahr zur LBM meine Standnachbarin war. Ach ja, die liebe Fealin nicht zu vergessen. Zudem fand ich meinen Workshopraum für den heutigen Tag und konnte so vorbereitet den Tag genießen.

Insgesamt wechselte ich über den Tag verteilt immer wieder zwischen draußen und drinnen, um zu schauen, den kühlen Boden zu genießen oder aber einfach zu schwatzen. Dabei traf ich auch immer wieder die lieben Cosplayer mit denen ich bereits morgens zusammen zum Congelände lief. Vom Programm selbst nutzte ich nicht viel, da ich einfach nur entspannen wollte. Einzige Ausnahme bildete der Cosplaywettbewerb, für den ich mich morgens spontan anmeldete und entsprechend spontan ein Konzept entwarf. Am Ende gab es für mich zwar keinen Preis, aber was soll’s, Hauptsache Bühnenluft und Fun. Den hatte ich später beim Workshop ebenfalls. Wobei, als ich den Kopf zur Tür reinsteckte, bot sich mir ein merkwürdiges Bild in Form von in Reihen sitzenden Schülern, an der Wand stehenden Tischen und nicht vorhandenem Aufbau. Liebe Con, wenn ein Nähkurs ansteht, dann werden Tische benötigt, da ohne Arbeitsfläche nichts geht und Papierkörbe für den Müll. Also schön erst mal Schüler aufscheuchen, Tische aufbauen, weitere Tische bestellen und auspacken. Derweil registrierte ich erst Sekunden danach wie viele Leute einen Dango nähen wollten, über 40 Leute. Ich bin es zwar gewohnt, dass der Kurs aus allen Nähten platzt, aber das war selbst für mich neu.
Nun, nicht verzagen, trotzdem wagen. Schließlich war es ein Kurs wie jeder andere, abgesehen von der Teilnehmerzahl. Der Raum selbst war zwar schön groß, aber leider hallte es deswegen, wodurch ich lauter reden musste als gewohnt. Andererseits konnte ich aufgrund der Größe viel mehr Schüler aufnehmen. Wie viele ich wohl schaffen würde, ohne endgültig durchzudrehen? Keine Ahnung. Positiv zu erwähnen an der Stelle: die Anzahl der Jungs. Ich hatte diesmal im Vergleich zu sonst sehr viele dabei. Ich finde es echt toll, dass ihr euch auch traut, denn ihr seid nicht schlechter als die Mädels. Ihr könnt das was sie können mindestens genauso gut. Cool empfand ich auch, dass ein Teil der Schüler auf mich zu kam, sodass ich nicht immer laufen musste. Insgesamt arbeiteten alle Schüler sehr konzentriert, nutzten das große Dekoangebot und experimentierten. Zum Ablauf an sich gibt es nicht viel zu sagen, da er pro Kurs gleich ist. Einzelteile mittels Schablonen auf den Stoff übertragen, ausschneiden, zusammennähen, Gesicht, stopfen, dekorieren und ausbessern. Leider vergingen die zwei Stunden viel zu schnell. Zusammen mit dem Ende des Kurses endete auch mein Tag an sich.

Die Nacht ging auch dieses Mal viel zu schnell vorbei und endete beizeiten mit dem Wecker. Nach einem leckeren Frühstück watschelte ich erneut Richtung Congelände, diesmal jedoch mit dem Rest meines Gepäcks, da es am Abend noch heimgehen sollte. Und im Gegensatz zu gestern war mein Kurs diesmal bereits morgens. Joar, morgens bedeutet aber nicht weniger Teilnehmer. Zwar nicht so viel wie gestern, aber dennoch so viel, dass so gut wie kein Platz  mehr frei war. Aufgrund der hohen Teilnehmer von gestern musste ich jedoch gleich zu Beginn auf ein Stopfproblem hinweisen. Bedingt durch über 40 Leuten am Vortag ging natürlich einiges weg und es war für die Robben nicht mehr viel übrig. Wie dem auch sei, ein Hoch auf Stoffreste. Echt jetzt, die haben mir wirklich den Hintern gerettet. Im Gegensatz zu den anderen Themen musste ich diesmal ein paar Erklärungen zum Schnittmuster liefern, die jedoch verstanden wurden. Mit ihnen konnte es losgehen und die Schüler gingen ihre ersten Schritte. Zu meiner großen Erleichterung ging das Schnittmuster auf. Versteht mich nicht falsch, ich wusste an sich, dass es klappt, aber nicht bei der Größe. Immerhin passte das Schnittmuster auf ein halbes A4 Blatt.
Meine Sorgen stellten sich jedoch als unbegründet heraus, denn es funktionierte ohne Probleme. Sie sahen nach dem Stopfen sogar so aus, wie ich es von den großen Varianten gewohnt war. Hach, ich liebe es, wenn so was aufgeht. Und die Schüler waren noch süßer als die von gestern. Nen lieben Gruß an der Stelle an die Wiederholungstäter von gestern. Ich werde demnächst definitiv eure Spenden in weitere Knopfvarianten und Bänder investieren. Vielleicht kann ich künftigen Schülern auch den einen oder anderen Sonderstoff bieten. Wie dem auch sei, ich nehme eure Wünsche auf jeden Fall ernst und werde sehen, was sich machen lässt. Bedanken möchte ich mich bei eurer Fantasie, denn ich habe bisher in noch keinem Kurs so viele Schleifen- und Knopfexemplare gesehen. Hach, eigentlich möchte ich euch für so vieles danken. Danke dafür, dass ihr so zahlreich da wart, obwohl ich den Kurs erstmals hielt. Danke, dass ihr euch bei Problemen gemeldet habt. Danke für die lockeren Gespräche zwischendurch. Danke für eure Rückmeldungen. Danke für eure Spenden. Danke für einfach alles. Jetzt kann ich Mamegomas beruhigt als Jahresthema aufnehmen.

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