Jeder fängt mal klein an

Der Comicgarten fand dieses Jahr am 07.09. zum vierten Mal in Leipzig statt. Lange Zeit war es unklar, ob ich überhaupt daran teilnehmen werde. Am Ende entschied ich mich jedoch für eine Teilnahme inklusive eigenem Verkaufsstand. Da ich mich jedoch recht spät entschied, blieb nicht mehr wirklich viel Zeit für die Herstellung möglicher Produkte. Das Thema als solches, Onigiris sollten es werden, stand schnell, aber selbst bei 6 Stück pro Modell wollten erst mal genäht werden. Kurz um: Mir standen lange Tage bevor. Also Ärmel hochgekrempelt, Modelle entworfen und diese umgesetzt. An Emotionen mangelte es mir dabei nicht. Einzig der Faktor Zeit wurde zum echten Killer.
 
Da ich jedoch nicht nur Anhänger aus Stoff anbieten wollte, kam ich auf die Idee Sticker ebenfalls mit aufzunehmen. Schnell Stickerpapier im Internet bestellt und schon konnte es losgehen. Die Schwierigkeit bestand hier beim Ausschneiden, genauer gesagt im Bereich der Menge. Obwohl die Formen nicht kompliziert waren, so reichte die Anzahl der Sticker deutlich aus. Am Ende taten mir die Fehler ordentlich weh und ich schwor mir, dass ich nie wieder so spät anfangen werde. Es ist echt niemanden zu empfehlen, euer Gesundheit zuliebe und natürlich zuliebe eurer Nerven.

Trotz aller Vorabprobleme war am Ende alles pünktlich fertig und ich konnte meine Reise antreten. Dank Jan war es mir sogar möglich mit einem Kollegen zu fahren und eine stressfreie Anreise zu erleben. Einzig das rauchende Auto unterwegs irritierte. Was wohl daraus geworden ist? Wie dem auch sei, am Ende kamen wir ohne Probleme am Zielort, der Gaststätte Siegismund, an. Nach einer sehr kurzen Verschnaufpause suchte ich auch schon Anja auf, eine der Verantwortlichen für den Comicgarten selbst.
 
Sie half mir rasch und zeigte mir meinen Platz. Erfreulicherweise durften wir Zeichner uns unter einem Zelt breitmachen. Angesichts der aufsteigenden Hitze im Laufe des Tages eine sehr gute Sache. In Ruhe packte ich alles aus und schmückte meinen Stand. Da ich mir jedoch vorab keinen Plan gemacht hatte, wie er aussehen sollte und auch nicht wusste, wie groß mein Platz ist, gestaltete sich das als etwas schwierig. Am Ende fand ich jedoch zu einem für mich stimmigen Weg und wartete aufgeregt der Dinge, die da kommen sollten.
 
Ich hatte mir natürlich bereits vorher Gedanken gemacht, ob die Leute überhaupt Interesse an meinen Sachen haben würden, ob ich nicht zu viel mithabe und wie es am Ende ausgeht. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es für meinen ersten Verkaufsstand gut gelaufen ist, die Kunden freundlich waren und ich viele Gespräche führen konnte.


Dabei besuchten meinen Stand nicht nur Cosplayer, sondern auch Comicnerds. Für mich eine sehr wichtige Erfahrung, denn Cosplayer kann jeder begeistern, Comicnerds Menschen jedoch nicht. Auch wenn nicht jeder etwas kaufte, manche fragten einfach nur interessiert nach. Ich hatte schließlich zusätzlich ein kleines Heftlein für Wunschplüschtiere angefertigt und darüber Auskunft gegeben.
 
Ich weiß zwar nicht, ob ich den Comicgarten nächstes Jahr wieder besuche, aber ich weiß jetzt zumindest, was ich mengentechnisch dabei haben kann und wie ich mich präsentieren kann. Wenn ja, werde ich mir allerdings eine vernünftige Standbeschäftigung mitnehmen. Leider hatte ich diesmal nichts zum Nähen dabei, sodass ich doch stellenweise meinem Gefühl nach eher dümmlich durch die Gegend sah. Allerdings dürfte diese Probleme und andere ähnlicher Art jeder Anfänger kennen.

Übrigens habe ich bei der Stempelkartenaktion mitgemacht. Das heißt, es wurde vorab eine Stempelkarte mit den teilnehmenden Künstlern gestaltet. (Zumindest denen die sich meldeten.) Die Besucher konnten sich diese abholen und mussten nun von Stand zu Stand laufen, um sich die entsprechenden Stempel zu holen. Auf diese Weise sollten die Besucher zu Ständen gelockt werden, die sie sonst vielleicht übersehen würden.
 
Ich selbst hatte zwar den Eindruck, dass einige nur wegen des Stempels kamen, aber zumindest war so selten nie etwas los. War die Stempelkarte voll, so musste diese wieder abgegeben werden. Am Ende wurden aus allen Stempelkarten, deren Besitzer anwesend waren, unterschiedliche Preise verlost. Ich durfte meinen Beitrag sogar persönlich übergeben.

Zusätzlich wirkte ich während der Modenschau von Atelier T and T mit. Die Mädels präsentierten ihre selbstdesignten T-Shirts. Ich selbst lief bereits zum zweiten Mal für die Mädels und hatte dabei meinen Spaß. Hauptberuflich möchte ich aber niemals Model sein, denn dieses Dauergegrinse während des Laufes geht mir doch ausgesprochen auf den Keks. Zumal man die eigene, dabei eventuell entstehende Genervtheit, möglichst nicht nach außen tragen sollte.
 
Die T-Shirts selbst sind jedoch sehr schön und die Models unterstützten sich gegenseitig. Ich durfte sogar kurzfristig andere Shirts zeigen als geplant und sogar zu zweit mit jemandem laufen. Bei einem ersten Einsatz für das Atelier bin ich ja allein gelaufen. Einen wirklich großen Unterschied gab es für mich jedoch nicht. Man musste einzig darauf achten, dass man sich beim Laufwechsel über die Füße lief.
 
Keine Ahnung, ob ich noch mal für die Mädels laufen werde, aber ich sage sicherlich nicht Nein, wenn es dazu kommen sollte. Ansonsten bleibe ich dabei: Solche Aktionen sind nett, aber an sich nicht meine Welt. Am Ende des Tages konnte ich eine gefüllte Kasse wieder mitnehmen. Zwar blieb ebenfalls einiges an Ware übrig, doch diese Sachen können inzwischen online über meine Facebookseite erworben werden. Zudem hatte ich eh damit gerechnet, dass ich nicht alles loswerde. Insgesamt ist die Beute trotzdessen gut gewesen. Auf jeden Fall freut es mich, dass meine Produkte ankamen. Leider bedeutete das Ende des Tages auch unsere Heimfahrt. Also Stand abbauen, alles einpacken und ab ins Auto.

Die Rückfahrt sollte es jedoch in sich haben. Kurz vor Berlin war eine Autofahrerin der Meinung ohne zu blinken von einer Ausfahrt auf die Spur selbst zu fahren. Ich sah nur noch etwas Rotes neben mir und im selben Moment wich unser Fahrer Jan mehr oder weniger bremsend aus. Zeitgleich rutschte das Auto neben uns gefährlich nah Richtung Leitplanke. Doch statt anzuhalten, fuhr die junge Frau in dem roten Auto einfach weiter. Man bedenke: Sie wäre mir in die Seite gefahren, Jan hätte das Auto neben uns voll geknutscht und dieses widerrum die Leitplanke.
 
Da wir jedoch nicht so unvernünftig waren und gesunden Menschenverstand besitzen, fuhr man gemeinschaftlich auf den nächsten Parkplatz. Bei allen lagen die Nerven mehr oder weniger blank und der Schock machte sich bemerkbar. Erst jetzt sickerte so richtig, durch was eben geschehen war. Nach einer Weile ging es wieder weiter Richtung Berlin. Das Auto meines Fahrers machte da bereits Zicken und später erfuhr ich, dass gar nichts mehr ging. Sprich, dank der netten Dame war die Elektronik anscheinend völlig futsch.
 
Ich weiß selbst nicht, was inzwischen aus der Anzeige geworden ist, aber bin meinen Schutzengeln sehr dankbar. Ich möchte gar nicht genauer darüber nachdenken was uns hätte passieren können und was das widerrum für Folgen nach sich gezogen hätte. Ein einschneidendes Erlebnis. Aber he, jetzt kann ich Beinahunfall von meiner Liste streichen.
 
Wie dem auch sei, der Comicgarten 2013 war und ist eine interessante Erfahrung für mich gewesen. Ich durfte erleben, wie sich eine Veranstaltung aus der Sicht eines Verkäufers mit sich bringt, was es bedeutet dafür die nötigen Vorbereitungen zu treffen und wie Kunden reagieren können.

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